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11. September 2020 · Bernd

Glossar: die 12 wichtigsten Begriffe der Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist ein großes Thema. Wer nicht nur an ihrer Oberfläche kratzen will, muss ein wenig mehr in die Tiefe gehen. Gerade auch, wer sich mit nachhaltigen Unternehmensstrategien beschäftigt. Unser kleines Glossar liefert griffiges Hintergrundwissen:

  1. Nachhaltigkeit: Ursprünglich aus der Forstwirtschaft stammendes Prinzip, nicht mehr Holz zu fällen als nachwachsen kann, heute allgemeiner: die Bewahrung der natürlichen Regenerationsfähigkeit aller beteiligten Systeme.
  2. 17 SDGs (Sustainable Development Goals): 17 von den Vereinten Nationen (UN) gesetzte Ziele zur Sicherstellung nachhaltiger Entwicklung auf ökologischer, ökonomischer und sozialer Ebene bis 2030.
  3. 1,5-Grad-Ziel: In Nachfolge des Kyoto-Protokolls gestecktes Ziel, die globale Klimaerwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen. 2015 im Übereinkommen von Paris von den meisten Staaten der Erde unterzeichnet.
  4. CO2-Kompensation: Ausgleich von entstehenden CO2-Emissionen durch Einsparung an anderer Stelle und Speicherung von CO2 in Kohlenstoffsenken.
    CO2-neutral: Emissionen werden bis auf Null-Niveau ausgeglichen.
    CO2-positiv: Es wird sogar darüber hinaus CO2 gebunden.
  5. GHG-Protokoll: Transnationaler Standard zur Bilanzierung von Treibhausgasemissionen.
  6. GRI-Standard DNK (Deutscher Nachhaltigkeitskodex): Von der Global Reporting Initiative entwickelter Standard zur Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten für Unternehmen, NGOs und Regierungen. Der DNK ist die etwas kompaktere Deutsche Variante.
  7. Purpose: Aus dem Englischen übernommenes Schlagwort für den höheren Zweck eines Unternehmens, also philosophisch-moralische Ziele über bloß wirtschaftlichen Gewinn hinaus.
  8. True Cost: Der wirkliche Preis eines Produkts, nachdem über den Ladenpreis hinaus noch die Kosten für Gesundheits- und Umweltschäden dazugerechnet werden. Beispiel: Ein Bio-Apfel ist zwar im Laden teurer als ein konventioneller, verursacht aber insgesamt durch Bodenschonung weniger Kosten für die Gesellschaft.
  9. CSR (Corporate Social Responsibility): Unternehmerische Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, durch freiwillige Beiträge über die gesetzlichen Anforderungen hinaus zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen.
  10. Was bedeutet CO2-Äquivalent? Neben Kohlenstoffdioxid (CO2 ) sind weitere Gase für den Treibhausgaseffekt verantwortlich, vor allem Methan (CH4 ) und Lachgas (N2O). Sie besitzen ein deutlich schädlicheres Treibhausgaspotential als CO2. Die gleiche Menge wirkt viel stärker. Um die Wirksamkeiten der Treibhausgase miteinander zu vergleichen, wird auf CO2 umgerechnet – es wird dann von CO2-Äquivalenten (Äq = äquivalent = gleichwertig) gesprochen. Bei einer Flugreise in die Karibik (Hin- und Rückflug) zum Beispiel fallen rund fünf Tonnen CO2-Äq an – etwa so viel, wie der durchschnittliche Mensch in einem Jahr verursacht.
  11. Kompensation und Emissionszertifikate: Für das Klima ist es nicht entscheidend, an welcher Stelle Treibhausgase ausgestoßen oder vermieden werden. Daher lassen sich Emissionen auch an weit entfernten Stellen einsparen. Die Kompensation erfolgt über Emissionszertifikate, mit denen die selbe Emissionsmenge in Klimaschutzprojekten ausgeglichen wird. Idealerweise sind diese von der UN zertifiziert, und werden nach dem Kauf stillgelegt, d.h. sie können nicht noch einmal für eine weitere Kompensation verwendet werden.
  12. „Brot für Tiere“: In Deutschland werden jährlich ca. 1/3 aller Brot- und Backwaren weggeworfen. Das sind 1,7 Mio Tonnen. Dafür braucht man 400.000. ha Anbaufläche, das ist mehr als die Fläche von Mallorca. Das verursacht außerdem 2,46 Mio Tonnen Co21.
    Unser Beispiel, warum Nachhaltigkeit nichts Neues ist, sehen Sie im Titelbild. Manche schreiben sich Nachhaltigkeit auf die Fahne und manche, wie die Familie Darms aus Falera, sind es einfach von Natur aus.

1 WWF-Studie 2018


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