Mit GEO und PR in die Suchergebnisse von Generative AI
Von wegen „PR ist tot“: Generative KI verschafft Public Relations gerade ein fulminantes Comeback!
Warum? Im KI-Zeitalter wird PR im B2B-Umfeld zum Gamechanger. Oder, im Fachjargon, zum „AI visibility driver“. Denn PR erzeugt die Relevanz, auf die sich Generative AI verlässt. Earned Media liefert genau die Informationen, mit denen KI-Chatbots ihre Rankings und Empfehlungen erstellen. Das heißt: Ein B2B-Vertrieb ohne PR-Strategie läuft nur noch mit halber Kraft.
Im klassischen B2B-Funnel gab es eine klare Struktur:
Generative KI verkürzt diesen Prozess drastisch. Die Hälfte aller B2B-Entscheider startet ihre Produkt- und Lieferantensuche mit ChatGPT und ähnlichen KI-Chatbots. (Quelle 1) Im Laufe des Kaufprozesses wächst die Rate auf 90 Prozent. (Quelle 2) Fakt ist: Im B2B hat der KI-Chat die Google-Suche längst abgelöst. Und das erfordert eine neue Strategie für den Vertrieb.
Die zentrale Frage heißt nicht nur: „Wie konvertieren wir Leads?“ Sondern: „Werden wir in der KI-Suche genannt?“ Diese Präsenz entscheidet, ob man vor einem Kauf überhaupt in die engere Auswahl kommt. „AI Share of Voice (AI-SOV)“, so nennt sich dieser neue KPI, der die B2B-Branchen jetzt umtreiben muss.
Aktuelle Untersuchungen zeigen zwar, dass KI-Antworten in ihrer Reihenfolge stark variieren. Von LLMs (Large Language Models) generierte Rankings sind, anders als eine Google-Linkliste, kein verlässlicher KPI. (Quelle 3) Doch wenn eine KI auf die Frage nach „führenden Anbietern“ immer wieder bestimmte Marken nennt, prägt sich das im Gedächtnis ein.
Unternehmen müssen also gezielt daran arbeiten, von den LLMs gefunden zu werden. Generative-AI-Optimization (GEO) (verlinken auf anderen Blog-Artikel) ist hier ein Anfang. Doch der stärkere Booster heißt PR!
Viele B2B-Unternehmen investieren stark in
All das ist richtig und bleibt wichtig. Jetzt kommt aber ein weiterer Faktor hinzu: Digitale Relevanz. Denn LLMs fassen das zusammen, was sie im World Wide Web als relevant einordnen.
Allerdings verlässt sich KI nicht primär auf Ihre Website. Sie verarbeitet Fachberichte, Marktübersichten, Studien und redaktionelle Inhalte. Sie erkennt Muster im öffentlichen Diskurs. Wenn Ihre Marke in diesem Diskurs nicht stattfindet, sinkt die Wahrscheinlichkeit, in KI-Antworten aufzutauchen. Und damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, in einer frühen Phase des Kaufprozesses überhaupt wahrgenommen zu werden.
Im B2B liegt hier eine große Chance, denn in stark spezialisierten Märkten ist der Diskurs oft überschaubar. Es gibt weniger Anbieter, weniger Stimmen, weniger Veröffentlichungen. Strategisch platzierte Inhalte und thematische Positionierung können überproportionale Wirkung entfalten.
PR ist das Ticket für diese digitale Diskursstrategie. Sie schafft redaktionelle Sichtbarkeit genau dort, wo KI-Chatbots suchen. Gerade Earned Media B2B – also Fachpresse, Interviews, unabhängige Analysen – fungiert dabei als starkes Signal. KI-Systeme gewichten solche Quellen höher als rein werbliche Eigendarstellungen. Das macht PR zu einem direkten Hebel im Vertriebsprozess.
Ebenfalls relevant in der KI-Logik ist semantische Nähe. Wird Ihre Marke regelmäßig gemeinsam mit relevanten Technologien, Marktführern oder Branchenthemen genannt, entsteht eine sogenannte Entität. (Quelle 4) Das Modell lernt: Diese Marke gehört zu diesem Themenfeld und wird in diesem Kontext ernst genommen.
Für B2B-Unternehmen heißt das:
Wichtig ist hier die Qualität der Nennungen, also inhaltlich passende, substanzielle Beiträge. Dafür müssen PR-Inhalte journalistisch hochwertig, strukturell klar und semantisch sauber aufbereitet sein. Nur so können KI-Systeme Themen, Expertise und Positionierung korrekt einordnen. PR erzeugt dann nicht nur Image. Sie erzeugt algorithmische Anschlussfähigkeit.
Fast noch wichtiger ist die Tonalität bzw. das Sentiment, denn die KI selbst baut kein Vertrauen auf. Und im erklärungsbedürftigen B2B-Geschäft ist Vertrauen nach wie vor eine große Währung. Ein B2B-Unternehmen, das zum Beispiel regelmäßig im Kontext von Innovation, Spezialisierung oder Marktführerschaft auftaucht, wird anders beurteilt als eins, das neutral oder kritisch diskutiert wird.
Fragen Sie sich deshalb:
Narrative beeinflussen Kaufentscheidungen, oft bevor der Vertrieb ins Spiel kommt. PR steuert genau diese Narrative – und damit auch das Vertrauensniveau, das einer KI-Antwort implizit anhaftet.
Unternehmen sollten PR nicht länger isoliert betrachten, sondern als integralen Bestandteil der Vertriebsarchitektur.
Konkrete Maßnahmen:
Ziel ist nicht kurzfristige Reichweite. Ziel ist die Verankerung im digitalen Konsens.
Kurz: Es geht um Positionierung. Es geht um Relevanz. Es geht um Vertrauen. Denn im KI-Zeitalter beginnt Vertrieb dort, wo Diskurse entstehen. Und wer den Diskurs dominiert, gewinnt die Shortlist.
Quelle 1: https://jannik-lindner.de/
Quelle 2: https://thunderbit.com/
Quelle 3: Rand Fishkin / SparkToro (2026): NEW Research: AIs are highly inconsistent when recommending brands or products
Quelle 4: W&V (2026): Die Lüge vom KI-Ranking: Warum ChatGPT Ihre Marke ignoriert
Weitere Quellen:
Fach-PR im KI-Zeitalter
Warum KI PR wieder zur Schlüsseldisziplin macht
bvik.org: Trendbarometer Industriekommunikation Ergebnisse 2026